Ein Jahr mit der Yamaha MT-09 Tracer

Die Tracer feiert heute ihren ersten Geburtstag, Zeit für einen kurzen Rückblick.

Ich bin mit der Tracer lange Touren (Gardasee, Verona, Dolomiten), Kurzausflüge, zur Arbeit und sogar auf der Rennstrecke gefahren. In jeder Situation konnte sie sich als echter Allrounder behaupten und ich bin mit dem Motorrad sehr zufrieden. Wenn man unbedingt etwas zum Kritisieren suchen möchte findet man aus meiner Sicht lediglich das etwas ruppige Gas-Ansprechverhalten im unteren Drehzahlbereich.

Kosten

In dieser Saison brachte die Tracer es auf eine Laufleistung von 13.485KM. Benzin ausgenommen entstanden hierbei folgende Kosten:

  • Steuern - 45€
  • Versicherung - 154€
  • Inspektion 1 - 195€
  • Inspektion 2 - 266€

= Betriebskosten 660€

Weiterhin habe ich folgendes Zubehör in dieser Saison vorbaut:

  • Ermaxx Sport Scheibe - 95€
  • Kurze Gepäckbrücke  - 45€
  • V-Trec Hebelei - 90€
  • Kühlerabdeckung - 50€
  • Shad Koffer und Halter - 411€

= Zubehörkosten    691€

BMW R80RT Scrambler Umbau: Hochzeit

Motor und Getriebe polieren: check. 
Rahmen, Schwinge und diverse Kleinteile pulverbeschichten: check.
Motor und Rahmen wieder vereinen: check.
Neues Öl in Gabel, Motor, Getriebe, Schwinge und HAG: check.
Motorelektrik zusammenbauen und mit M-Unit verbinden: check.
Testen ob es anspringt: CECK!

Echt Wahnsinn. Motor war komplett zerlegt und springt beim ersten Versuch direkt an. Einfach klasse.

BMW R80RT "Naked Bike"

Jetzt geht es ans Eingemachte... 

Die RT ist komplett nackt, Motor, Schwinge und Endantrieb sind demontiert sowie der Rahmen "in Form" gebracht.

Rahmen, Schwinge und Felgen gehen nun zum Pulverbeschichten und der Tank zum Lackierer. Danach kann (endlich) mit dem Aufbau gestartet werden. In der Zwischenzeit heißt es: Motor polieren...

BMW R80RT Monolever Schaltplan motogadget m-Unit

Die Planung für Verkabelung und eingesetzte Komponenten ist nun abgeschlossen. Zentrale Komponente der Verkabelung, sozusagen das Herzstück, bildet die m-Unit 2.0 von motogadget. 

SchaltplanBMWR80RT_motogadget_m-unit.jpg

Insgesamt steckt sehr viel Planungs- und Rechercheaufwand in den Schaltplänen. Vielleicht kann der ein oder andere meine Schaltpläne als Basis zum eigenen Projekt heranziehen und sich damit etwas Arbeit ersparen. Wie immer freue ich mich über Feedback und Anregungen. (Download weiter unten)

Eine große Vereinfachung für mein Projekt stellen die motogadget Produkte m-Unit und m-Button dar. Wer das nicht kennt sollte es sich auf alle Fälle mal anschauen

Zum besseren Verständnis zur Verkabelung von Motorrädern im Allgemeinen und der m-Unit im Speziellen kann ich diese Videos noch empfehlen.

BMW R80RT Monolever Custom Umbau

Besser Motorrad Fahren heißt auch das Motorrad "verstehen". Klingt etwas philosophisch und ich will auch nicht behaupten damit recht zu haben. Bislang habe ich mich an größere Schrauber-Projekte nicht heran getraut - bis jetzt. 

Um besser zu verstehen wie ein Motorrad aufgebaut ist und funktioniert habe ich mir (dem Trend folgend) einen alten BMW Boxer gekauft. Ziel ist der komplette Neu-Aufbau/Umbau in eine Scrambler-artige Version. Vorbild ist so etwa in dieser Richtung: http://www.vdbmoto.com/b-1

Wie gesagt habe ich so etwas noch nie gemacht und bin gespannt wie es läuft und ob ich am Ende tatsächlich eine schönere und bessere Version des Motorrads habe oder ob ich einfach nur Altmetall produziert habe...

Gekauft wurde eine BMW R 80 RT Monolever Baujahr 1994. Zu Beginn habe ich diese erst einmal aus ihrer monströsen Verkleidung befreit und bin aktuell noch bei der "Zerlegung".

Hockenheimring mit Dunlop D 222

Am 28. August 2016 führte ich meine Yamaha MT09 Tracer auf die Rennstrecke aus und zwar auf den Hockenheimring. Das war eine recht spontane Aktion, da ich damit von einem Freund überfallen wurde. Zeit für Vorbereitungen war somit nicht. Ich hatte sogar noch die Kofferhalter montiert, an das Aufziehen rennstreckentauglicher Reifen war gar nicht zu denken. 

Auf der Tracer sind die Dunlop D 222 in der Erstausrüstung montiert. Diese Reifen erfreuen sich in der Tracer Gemeinde nicht gerade über den allerbesten Ruf - eher im Gegenteil. Viele werfen den D 222 direkt nach dem Kauf der Tracer runter. Bemängelt wird eigentlich alles: Einlenkverhalten, Aufstellmoment, Dämpfung und Grip. Ich konnte dies nie richtig nachvollziehen, denn  mir leistete der Reifen eigentlich immer gute Dienste. Jedoch bin ich auf der Tracer auch noch keinen anderen Reifen gefahren und somit fehlt mir jede Möglichkeit zu Vergleichen.

Mit dieser Bereifung habe ich inzwischen rund 10.000 KM abgespult. Eine recht zufriedenstellende Laufleistung aber das Profil näherte sich dementsprechend bereits dem Ende. Mit Reifen, welchen man ohnehin nicht gerade optimale Performance nachsagt und diese dann auch noch kurz vor dem Ende ihrer Lebensdauer, ging es dann raus auf den Hockenheimring. Beste Vorraussetzungen für die Rennstrecke waren das somit schon mal nicht.

Wieder haben mich die Reifen positiv überrascht, denn sie stellten in keiner Situation den limitierenden Faktor dar. Selbst mit dem (mir möglichen) tiefsten HangingOff schleiften die Fußrasten bis zum Einklappen ohne dass der Reifen an Grip verlor. Hartes Einbremsen bis in die Kurve hinein war genau wenig ein Problem wie mit Vollgas aus der Kurzve Herausbeschleunigen. Wie auf den Bildern (nach der Rennstrecke) zu sehen ist haben sich die Reifen schön aufgeraut und mit dem Asphalt verzahnt.

Die Tracer kann zwar sehr sportlich bewegt werden ist aber nicht für die Rennstrecke konzipiert. Schräglagenfreiheit schränkte mich viel mehr ein als der Reifengrip. Dennoch ist der D 222 nun am Ende und wird für die nächste Saison ausgetauscht. Wenn ich mit diesem Reifen schon zufrieden war bin ich sehr gespannt darauf wie super ich einen laut Tests deutlich besseren Reifen empfinden werde. Vermutlich wird es der Roadtec 01 von Metzeler, das ist aber noch nicht entschieden. 

Gardasee, Dolomiten und zurück

In der Zeit vom 01. bis 21. Juli 2016 bin ich 3.195KM Landstraße in 61:04 Stunden gefahren. Vom Startpunkt Darmstadt ging es über Mittenwald an den Gardasee. Dort wurden 5 Tage lang diverse Touren gefahren. Dann ging es über einen Zwischenstop in Verona in die Dolomiten. Jeder sagt es und nun auch ich: die Dolomiten sind ein absoluter Traum für Motorradfahrer. Phantastische Strecken durch eine atemberaubende Kulisse. 

850 KM Landstraße

Getreu dem Motto: "Übung macht den Meister" habe ich vergangenes Wochenende 850 Landstraßen-Kilometer abgespult und dafür eine Fahrzeit von 9:47 benötigt. In diesen rund 10 Stunden habe ich jede Kurve ganz bewusst mit Körpereinsatz genommen und dabei besonders auf den Oberkörper geachtet.

Denn das Knee-Down-Fail Video zeigte deutlich, dass ich zwar den Hintern auf der Sitzbank verschiebe, aber den Oberkörper nicht im gleichen Verhältnis korrekt verlagere. Ergebnis war eine verdrehte Sitzhaltung mit entsprechend schlechtem Ergebnis. 

Die Übung war also nun sich in Kurven mit dem Oberkörper bis über die Spiegel hinauszulehnen so, als wollte ich mir in die kurveninnere Hand beißen. Anfangs fühlte sich das sehr ungewohnt und unnatürlich an. Es dauerte eine Weile bis sich die dafür nötige Sitzhaltung sowie die Bewegungsabläufe eingeschliffen hatten und komfortabel anfühlten. Recht schnell wurden die Bewegungen jedoch flüssig und präziser, sodass der "Lehnwinkel" zu Geschwindigkeit und Kurvenradius ohne Nachkorrekturen passte.

Das Video zeigt ebenfalls recht deutlich, dass durch diese Fahrtechnik Schräglage reduziert wird und das Motorrad vergleichsweise Aufrecht durch Kurven geht.

Hanging Off - Knee Down Fail

Was beim ADAC Kurventraining 1 auf der Triumph Street Triple mit Auslegern noch einigermaßen einfach gelang will auf der Tracer und auf echten Straßen nicht mehr glücken: das Knie auf den Boden zu bringen. Und dabei ist es nicht mal knapp wie das Video beweist. Es ist echt unfassbar wie weit der subjektive Fahreindruck von der gezeigten Realität des Videos abweicht. Ich hatte ernsthaft das Gefühl schon recht sportlich unterwegs zu sein und dass nicht mehr viel zum Knee Down fehlen könnte. Auf dem Video hingegen sieht man wie lahm meine Versuche waren.

Auch hier wieder: Es geht nicht darum mit dem Knie auf dem Boden um jede Kurve zu zirkeln und das schon gar nicht auf öffentlichen Straßen. Es geht einfach nur darum es zu können, um im Erntfall Reserven zu haben und reagieren zu können.

ADAC Kurvenfahren 1

Im Fahrsicherheitszentrum Rhein-Main in Gründau konnte ich heute ein weiteres Training absolvieren - diesmal stand Kurvenfahren Teil 1 auf dem Plan.

Anders als beim letzten Training wird bei Kurvenfahren 1 nicht nur auf dem eigenen Motorrad gefahren. Stattdessen kommt auch ein "Auslegermotorrad" zum Einsatz. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein Motorrad mit Stützrädern, bei welchen die Schräglage eingestellt werden kann. Mit der Gewissheit, dass nichts passieren kann, sind Schräglagen von 45 Grad schnell erreicht. Auch mit dem Fahrstil "Hanging Off", welchen ich bislang nur aus der Theorie kannte, habe ich experimentieren können. Und siehe da: Knie auf dem Boden! Großartig!

Kleine Randnotiz: Das Auslegermotorrad war eine aktuelle Triumph Street Triple. Die Agilität und Wendigkeit dieses Motorrads hat mich sehr beeindruckt. Wirklich wahnsinn wie einfach sich die Street Triple in die Kurven legen ließ und wie sauber der Strich zu halten war. Echt klasse.

Und dann passierte es: Regen. Wer fährt schon gerne im Regen mit dem Motorrad durch die Gegend? Für mich was das aber in der Tat ein Glücksfall. Denn während ich bei trockener Fahrbahn das Motorrad doch ganz souverän auch in Schräglagen zwischen 40-45 Grad bewegen kann, sieht das bei Nässe ganz anders aus. Hier fühle ich mich stets unsicher. Auch wenn mir vorher bereits klar war, dass das Hauptproblem bei Nässe nur in meinem Kopf stattfindet, wollte ich das dennoch nie austesten. Mit dem Auslegermotorrad hatte ich nun endlich die Chance Schräglagen bei Regen gefahrlos zu erleben und mich an Grenzen heranzutasten. Und siehe da: bis 35 Grad sind auch bei nasser Straße kein Problem, danach wird es aber in der Tat sehr schnell rutschig. Weitere Erkenntnis: Hanging Off nutzen, um Schräglage bei gleicher Kurvengeschwindigkeit zu verringern (natürlich ohne Knie auf dem Boden).

Dann ging es mit dem eigenen Motorrad auf einen Parcours aus diversen Kurven verschiedener Radien. Hier konnte ich nun das Gelernte auf meine Tracer übertragen, um auch auf meinem Motorrad Sicherheit und Vertrauen zu Kurvenfahren bei Nässe aufzubauen und mit dem Fahrstil Hanging Off experimentieren - natürlich moderat, es war ja noch nass.

Darüber hinaus konnte ich erste Erfahrungen mit der Traktionskontrolle der Tracer machen. Beim starken Herausbeschleunigen aus Kurven hat die Traktionskontrolle eingegriffen und die Leistung entsprechend geregelt. Das passierte deutlich sanfter als ich das erwartet hatte, um genau zu sein fast unmerklich. Somit wurden heute in meinem Kopf zwei Schrecken eliminiert:

  1. Schäglage bei Nässe
  2. Aus Kurven herausbeschleunigen bei Nässe

Für mich war auch dieses Training damit ein voller Erfolg.

Diese Übungen gehören zum 4-stündigen ADAC Kurvenfahren 1 Training:

  1. Es beginnt mit der Analyse
    Viele Probleme und Ängste können das Kurvenfahren erschweren: die falsche Blickführung, nicht optimale Sitzposition, Angst vor der Schräglage … Hier wird analysiert, was intensiv trainiert werden soll.
     
  2. Die Schräglage mit dem Auslegerfahren kontrollieren
    Kurvenfahrten sind mit das Schönste beim Motorradfahren. Wie schräg es letztendlich sein sollte, trainieren Sie ganz sicher – dank des Auslegermotorrads mit „Stützrädern“. So verlieren Sie eventuell vorhandene Ängste so schnell, wie Sie wieder aus der Kurve heraus beschleunigen.
     
  3. Schräg, schräger, am schrägsten
    Sie trainieren Ihre persönliche Schräglage, um das Maximum dabei herauszuholen
     
  4. Theoretische Kenntnisse richtig nutzen
    Reibwerte, Fliehkräfte, Schräglage – die Fahrphysik hält eine Menge wichtiger Informationen und überraschender Zusammenhänge für Sie bereit. Sie machen sich das zunutze, um ein Kurvenprofi zu werden.

Aufsetzende Fußrasten in freier Wildbahn

In einem handelsüblichen Verkehrskreisel hat meine Fußraste heute zum ersten mal Bodenkontakt gesucht. Ein ganz eigenartiges Gefühl und auch kein besonders schönes Geräusch. Trotzdem fühlt es sich irgendwie gut an die Maschine so weit in eine Kurve legen zu können. Aber jetzt bitte nich falsch verstehen. Natürlich geht es nicht darum mit schleifender Fußraste um jede Kurve zu zirkeln und schon gar nicht im öffentlichen Verkehr. Allerdings sollte man schon mit den Schräglagenreserven seiner Maschine vertraut sein und genauso sollte man auch in der Lage sein diese Reserve auszunutzen, um im Ernstfall reagieren zu können.

ADAC Intensiv-Training

Heute habe ich im Fahrsicherheitszentrum Rhein-Main in Gründau das ADAC Intensiv-Training absolviert. Um der Sache mal vorweg zu greifen: das hat extrem viel gebracht und dazu noch viel Spaß gemacht. Das Training absolvierte ich mit meiner neuen MT-09 Tracer, welche ich erst seit rund zwei Wochen besitze und gerade einmal eingefahren habe. Auch wenn die Tracer eigentlich ein sehr handliches Motorrad ist, war es doch eine ziemliche Umstellung von der kleinen Honda CB500S. Nach diesem Training habe ich mich komplett an die Tracer gewöhnt und ein sehr souveränes Sicherheitsgefühl zur Maschine aufgebaut. Jetzt fühle ich mich richtig wohl auf der Tracer auch in Schräglagen bis zum Aufsetzen der Fußrasten.

Das Training dauerte 8 Stunden und hatte folgende Inhalte:

  1. Mehr Sicherheit durch Technik-Check
    Kettenkontrolle, Bremsen und Bremsflüssigkeit, Hebel und Pedale, Gas- und Kupplungszug, Reifenfülldruck, Öl- und Benzinstand – ein kurzer Check garantiert sicheres Fahren ohne böse Überraschungen.
     
  2. Stabilisieren – schnell kann jeder
    Überprüfen Sie Ihre Sitzposition und trainieren Sie Ihre Balance, zum Beispiel für Stau und Stadtverkehr. Langsam fahren und wenden stehen auf dem Programm. 
     
  3. Slalom fahren und Lenktechnik verbessern
    Beim Slalom erproben Sie Blick- und Lenktechnik sowie verschiedene Kurvenstile.
     
  4. Richtig ausweichen
    Trainieren Sie auszuweichen, ohne sich selbst dabei in Gefahr zu bringen.
     
  5. Gekonnt bremsen
    Ob Gefahrbremsung oder bremsen mit blockiertem Vorderrad: So kommen Sie sicher zum Stehen.
     
  6. Bremsen und Lenken koordinieren
    Bremsen, Lösen und Ausweichen ist ein wichtiges Handlungsmuster, um gefährlichen Situationen gekonnt zu begegnen.
     
  7. Kurven fahren
    Durch bewusst eingesetzte Kurventechniken entdecken Sie neue Linien und können Ihre Schräglage vergrößern.
     
  8. Bremsen in der Kurve
    Auch das Bremsen in der Kurve will gelernt sein und wird hier trainiert.
     
  9. Restgeschwindigkeit als reale Gefahr erkennen
    Schon geringfügig höhere Ausgangsgeschwindigkeiten führen im Ernstfall zu höheren Aufprallgeschwindigkeiten. Wie viel das ausmacht, erfahren Sie hier.
     
  10. Fahrphysik und Fahrhilfen verstehen
    In kurzen Gesprächsrunden behandeln Sie Themen der Fahrphysik, wie Kraftübertragung und Bremsmethoden.

Erster Eintrag: Willkommen und warum das alles...

Hallo, schön dass du da bist!

Hier geht es um die Frage: "Wie werde ich zum besseren Motorradfahrer?" - bzw. um meine Bemühungen und Erfahrungen beim Versuch dieses Ziel zu erreichen. Details dazu sowie zu meinen Motorrädern findest du in der About Rubrik.

Ich werde hier kontinuierlich berichten in Text- und Video-Formaten und freue mich auf einen Erfahrungs- und Meinungsaustausch..